andi_ka
Für eine katholische Eheschließung müssen folgende Voraussetzungen beachtet werden:
=> die zivilrechtliche Ehe vor dem Standesamt muss geschlossen worden sein
(Ausnahmen werden zugelassen, z.B. wenn alte Leute den Anspruch auf Witwenrente verlieren
würden oder so was)
=> der Mann und die Frau müssen ledig bzw. verwitwet sein
=> die wesentlichen Merkmale einer Ehe müssen beachtet werden; dazu zählen
- ihre Unauflöslichkeit
- die Bereitschaft, Eltern zu werden
- die Treue der Ehepartner
=> zwei Trauzeugen müssen benannt werden, dabei ist es nicht erforderlich, dass diese katholisch sind
(meine Trauzeugin ist sogar gar kein Christ)
Man muss die Ehe beim zuständigen Pfarramt der BRAUT anmelden (das hatte mich echt gewundert, weil in der Kirche doch sonst die Männer immer so wichtig sind). Dann macht man einen Termin mit dem Pfarrer und der erstellt dann bei dem Gespräch das Trauprotokoll. Da werden dann alle Sachen von oben noch mal abgefragt (dass man nicht verheirat ist usw.) - das muss man dann auch unterschreiben.
Da wird man dann auch gefragt, ob man seinem Partner irgendetwas nicht gesagt hat, was aber Auswirkungen auf die Ehe haben kann. Wenn man hier falsche Angaben macht, kann die Ehe (kirchenrechtlich!) auch wieder gelöst werden. (hat unser Pfarrer uns erklärt)
Das Trauprotokoll wird dann noch geprüft. Bei Ausnahmefällen (z.B. wenn ein Partner kein Christ ist oder so was) wird das dann zur Diözese weitergeleitet. Wenn alles gut ist, bekommt die Erlaubnis, dass man heiraten darf. Das geht aber wohl in der Regel immer ohne Probleme.
Bei mir wurde im Trauprotokoll dann auch vermerkt, dass ich in einer anderen Gemeinde von einem anderen Pfarrer getraut werde - dieser Pfarrer hat von meinem zuständigen Pfarrer die Erlaubnis bekommen.
Das ist alles ziemlich bürokratisch. Aber die Kirche hat so immer einen guten Überblick
Die Trauung wird ja dann auch in den Kirchenbüchern vermerkt - die Dokumentation ist teilweise sogar besser als bei den Standesämtern.
Aber keine Panik - das Gespräch war total harmlos und auch sehr nett. (Kommt natürlich immer auf den Pfarrer drauf an.) Und diesen ganzen Papierkrieg erledigt auch das Pfarramt! Die haben bei uns auch dieses Trauprotokoll zu dem Pfarramt geschickt, wo wir geheiratet haben.
Gekostet hat das Ganze übrigens gar nichts.
Der Ablauf der Trauung ist natürlich schon etwas vorgeschrieben - es findet ja im Rahmen eines Gottesdienstes statt, der ja nach bestimmten Regeln abläuft. Unser Pfarrer war aber sehr entspannt und hat uns bei der Vorbereitung gut geholfen.
Wir mussten uns nur selber um die Ministranten kümmern - da hat aber auch die Pfarramtssekretärin geholfen. Den Minstranten haben wir dann auch ein wenig Geld gegeben (die machen das ja in ihrer Freizeit).